Wachwechsel bei der Jobbrücke

von Günther Jungnickl

Für Tilman Raff wird Armin Fuchs stellvertretender Vorsitzender – Jahreshauptversammlung des Vereins

Zehn Jahre hat Tilman Raff dem Verein „Jobbrücke Freiberg - Vorberufliche Jugendförderung“ die Treue gehalten, nun hat er seinen Vorstandsposten wegen beruflicher Überlastung als einer von zwei Geschäftsführern der Edelstahlschmiede Raff & Grund aufgeben müssen. „Ein Mann der ersten Stunde“, wie sich der ebenfalls sehr jobbrückeaffine frühere Teamtechnik-Chef Max Roßkopf in seiner Laudatio für das ausscheidende Vorstandsmitglied erinnerte. Zum Trost bekam Raff  ein Weinpräsent überreicht.

Denn Tilman Raff war nicht nur anfangs der Erste Vorsitzende des Vereins (Stellvertreter Thomas Memminger von der Firma Memminger-Druck), er hat auch zehn Jahre lang die Jobbrücke im Vorstand vertreten, obwohl ihm dazu sein Beruf als diplomierter Maschinenbauingenieur eigentlich  keine Zeit ließ. Selbstlos lud er den Erweiterten Vorstand viele Male sogar in sein  Verwaltungsgebäude ein und stellte auch den Garten seines Betriebsgeländes für Patengrillfeste zur Verfügung.

Denn auch als Unternehmer machte sich Tilman Raff Gedanken darüber, wie man handwerklichen Nachwuchs heutzutage noch rekrutieren kann. Natürlich war auch seine Firma vorbildlich organisiert und bot stets sowohl Praktika- und  Ausbildungsplätze an. Das aus dem Edelstahlbetrieb Raff & Grund auch reihenweise preisgekrönte Azubis kamen, ist bei der Handwerkskammer Ludwigsburg schon legendär.

Für einen wie Raff  rückt nun ein gut in Unternehmerkreise vernetzter Bankier in den Vorstand nach: Armin Fuchs (58), das ehemalige Vorstandsmitglieder und der jetzige Generalbevollmächtigte der Raiffeisen-/Volksbank Neckar-Enz. Der hatte sich seine Sporen bei der Volksbank Pleidelsheim verdient und sich erfolgreich bis in die die Vorstandsetage hochgearbeitet. Weil er so erfolgreich gewesen ist, möchte er „der Gesellschaft im Ehrenamt etwas zurückgeben“ hat er in seine Vorstellungsrede in der Jobbrücke-Hauptversammlung gesagt. Deshalb wurde er von der Versammlung auch ebenso einstimmig gewählt, wie alle anderen Vorstandsmitglieder: Dr. Wolfgang Sielaff als Vorsitzender, Kassiererin Wiltrud Hintennach und Patensprecherin Silke Höfer.

Zuvor hatte der Vorsitzende Dr. Sielaff seinen Jahresbericht abgegeben, der für die Staffel 11 neuerdings von einem Mangel an bewerbungswilligen Schülern und auch Paten bestimmt worden ist. Während der Patenmangel durch verstärkte Werbetätigkeit egalisiert wurde  und sogar Neupaten angeworben werden konnten, steht der Verein beim Schülermangel vor einem Rätsel. Denn nur zwölf Realschüler und Gemeinschaftsschüler hatten sich zu Beginn der Jahres für die Staffel 11 beworben, obwohl es mit Sicherheit viel mehr gibt, die Nachhilfe in den Hauptfächern und eine Patenbetreuung für die Lehrstellensuche nötig hätten. Der Erweiterte Vorstand hat den Sachstand analysiert und diverse Arbeitsgruppen konkrete Gegenmaßnahmen empfohlen.

Dagegen hatte Kassiererin Wiltrud  Hintennach nur Positives zu vermelden: Die Jobbrücke ist finanziell kerngesund und schließt das Jahr 2018 trotz spürbarer Zurückhaltung gegenüber ihren  Sponsoren trotz Ausgaben von rund 25 000 Euro mit einem Plus von 595 Euro ab.

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