Erfahrungen einer Patin

„Über die Freiberger Nachrichten wurde ich immer wieder auf die Jobbrücke und deren Tätigkeiten aufmerksam. Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt mich ehrenamtlich zu engagieren, und weil mein Beruf als Recruiterin eine gute Grundlage für eine Patenschaft bildet, habe ich mich im Februar 2020 bei der Jobbrücke gemeldet. Da ich selbst bis zu meinem Abitur im Jahr 2005 die Oscar-Paret-Schule besucht habe, hat mich die Kooperation natürlich noch mehr gefreut.

Nach dem ersten, noch persönlichen Patentreffen und der Auswahl meines Schülers, nahm ich direkt telefonischen Kontakt zu ihm auf, und die „Chemie“ stimmte sofort. Durch die im März 2020 bereits verhängten Kontaktbeschränkungen musste der komplette Kontakt virtuell erfolgen. Wir entschieden uns für regelmäßige WhatsApp-Video Calls, die uns zumindest die Möglichkeit boten uns während des Gesprächs zu sehen. Hierbei tauschten wir uns meistens über die Hürden des Homeschoolings, des Nachhilfeunterrichts und natürlich über seine Pläne nach der Mittleren Reife aus. Alle To-Dos, die wir in den Terminen besprochen hatten, wurden immer verlässlich bis zur nächsten Verabredung erledigt. Das machte die Zusammenarbeit natürlich sehr angenehm.

Schnell stellte sich heraus, dass mein Schüler schon klare Vorstellungen davon hatte, welchen Weg er in Zukunft einschlagen möchte. Denn nicht nur durch seine Tätigkeit beim Jugendrotkreuz stand für ihn fest, dass er Notfallsanitäter werden möchte. Seine Entschlossenheit imponierte mir sehr, und ich beschloss, die Weichen gemeinsam mit ihm zu stellen. Die Herausforderung bei seinem Berufswunsch bestand darin, dass man eine Ausbildung, v.a. auch aus psychologischer Sicht erst nach dem 18. Geburtstag absolvieren darf. Daher musste eine artverwandte Überbrückung gefunden werden, um auch bereits einen ersten Einblick in den medizinischen Bereich zu bekommen.

Wir begannen mit der Recherche nach FSJ-Plätzen in Krankenhäusern und nach Praktikumsplätzen. Die Bewerbungsunterlagen erstellten wir gemeinsam an einem schönen Sommertag bei mir auf der Terrasse, was dann auch das erste persönliche Kennenlernen war. An diesem Tag verschickten wir die ersten Bewerbungen.

Als eines Tages mein Sohn nach einem Unfall mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren wurde (es ging ihm zu dem Zeitpunkt wieder gut), nutzte ich die Fahrzeit um den Notfallsanitäter über seinen Job zu interviewen. In das Gespräch mischte sich die mitfahrende Notärztin ein und meinte, dass sie sich freuen würde, wenn mein Schüler sich bei ihr in der Anästhesie-Praxis, in der sie arbeitet, für ein 1-jähriges Langzeitpraktikum bewerben würde, da sie immer auf der Suche nach motivierten jungen Leuten ist, die später im medizinischen Bereich arbeiten möchten.

Gesagt-Getan. Mein Schüler, der wirklich sehr motiviert und kooperativ ist (das muss ich an dieser Stelle auch nochmals erwähnen), schickte sofort seine Unterlagen raus und bekam prompt die Möglichkeit sich persönlich vorzustellen, zu schnuppern und bekam schließlich den Praktikumsplatz angeboten. Parallel stellte er sich auch in einem Krankenhaus als FSJler vor, entschied sich schließlich aber für den Platz in der Anästhesiepraxis.

Nächstes Jahr ist mein Schüler immer noch keine 18 Jahre alt. Daher müssen wir uns bis dahin einen weiteren Plan zur Überbrückung überlegen. Dennoch wird er bis dahin einen guten Einblick in den medizinischen Bereich bekommen haben. Gerne unterstütze ich ihn auf seinem weiteren beruflichen Weg, sofern es gewünscht ist.

Laut eigener Aussage macht meinem Schüler seine Arbeit sehr viel Spaß, was mich natürlich auch besonders freut.“

Alessa Knapp

 

Können auch Sie sich vorstellen, eine ehrenamtliche Jobbrücken-Patenschaft zu übernehmen, oder besucht Ihr Sohn/Ihre Tochter die OPS und Sie möchten sich über das Angebot der Jobbrücke informieren?

Dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung – gerne beantworten wir Ihre Fragen.

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