Jahreshauptversammlung der Jobbrücke

Nachfrage nach Hilfsangebot sinkt

Selbst schwache Schüler rechnen sich Chancen auf dem Ausbildungsmarkt aus

Ausgerechnet kurz vor dem Zehn-Jahres-Jubiläum gab es in der Jahreshauptversammlung des Vereins „Jobbrücke Freiberg – Vorberufliche Jugendförderung“ nur zwei Themen: Woran liegt es, dass es immer schwieriger wird, in Freiberg und Umgebung neue Paten zu gewinnen? Und warum lässt gleichzeitig das Interesse von SchülerInnen an (kostenloser) Unterstützung nach?

 Die Fragen schnitt Vorstandsmitglied Silke Höfer gleich zu Anfang in ihrem Bericht über das Patenkonzept und das Nachhilfeangebot des Vereins an. Der Vereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Sielaff vertiefte es anschließend, da es auch in einer vorbereitenden Sitzung des Erweiterten Vorstands diskutiert worden war. In der anschließenden Diskussion wunderte sich der Unternehmer und Jobbrücke-Mitbegründer Max Roßkopf  darüber. „Wie kann es sein“, fragte Roßkopf in die Runde, „dass es für uns immer schwieriger wird, Paten zu werben und gleichzeitig auch die Schülerklientel unsere Angebot nicht mehr annimmt?“

 Denn vor allem die Schüler der Gemeinschaftsschule an der Oscar-Paret-Schule (OPS) zeigten in diesem Jahr herzlich wenig Interesse an einer Unterstützung bei der Berufswahl durch ehrenamtliche Paten und kostenlose Nachhilfe in den Hauptfächern durch professionelle Kräfte. Vor allem nicht eher schwache Schüler, die es doch eigentlich am nötigsten hätten. Fühlen sich Schüler und ihre Eltern angesichts der glänzenden Wirtschaftslage zu sicher, dass auch mit schwachen Noten noch jede(r) eine vernünftige Ausbildungsstelle bekommt?

  „Was machen wir falsch?“ übten sich andere Diskussionsteilnehmer in Ursachenforschung. Sabine Sommer, die Rektorin der Gemeinschaftsschule, versuchte die Lage der Schüler zu erklären, für die aufgrund der Wahlmöglichkeiten zwischen Hauptschul-, Realschul- und Gymnasiumsabschluss zum Großteil „die Prüfungen noch in weiter Ferne erscheinen“. Allerdings kam sie auch zu dem Fazit: „Schüler und ihre Eltern sind aber auch inzwischen weitgehend  beratungsresistent.“

 Nur durch den Einsatz von erneut um Hilfe gebetenen Mehrfachpaten ist es jedoch dem Verein „Jobbrücke“ auch 2018 gelungen, ab Anfang Mai die zehnte Staffel mit über 20 SchülerInnen zu starten. Gleichzeitig hat der Vorstand jedoch auch eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Ulrich Müller (der für den Vorstand die Kontakte zur OPS pflegt) installiert, die ein Konzept mit zündenden  Werbemaßnahmen zur Neupatengewinnung entwickeln soll. Im aktuellen Haushaltsplan 2018 hat Kassiererin Wiltrud Hintennach darüber hinaus 5000 Euro extra für „Schülerberatung“ bereitgestellt.

 Einstimmig hat die Versammlung schließlich den vierköpfigen Vorstand entlastet. Neuwahlen lagen diesmal nicht an. Die beiden Kassenprüferinnen Sabine Sommer und Claudia Große erklärten sich erneut bereit, ihr Amt auch im kommenden Jahr wahrzunehmen.

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